Publikationen

 Briefwechsel 1

Briefwechsel 1 (1963–1976). Gertrud Schleef – Einar Schleef
Herausgegeben von Susan Todd und Hans-Ulrich Müller-Schwefe
Theater der Zeit
In Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste Berlin
Broschur, 300 Seiten
ISBN: 978-3-940737-32-8

Als Einar Schleef mit zwanzig seine Geburtsstadt Sangerhausen verlässt und nach Ostberlin zieht, um an der Kunsthochschule Weißensee Malerei zu studieren, beginnt der Briefwechsel zwischen Mutter und Sohn, der von Seiten Gertruds bestimmt ist durch ein Zugleich von Geben und Fordern, von unermüdlichen Hilfsangeboten, beständigen Klagen über ausbleibende Briefe und zu wenig Besuche daheim sowie von einem unaufhörlichen teilnehmen und lenken wollen – auch als der Sohn schon dreißig ist und in Berlin erste Theatererfolge als Bühnenbildner und Regisseur feiert.

Einar schreibt weniger. (Manchmal zeichnet er etwas dazu.) Er schickt seine schmutzige Wäsche, aber vor Weihnachten auch Kokosraspeln und Mandeln aus der besser versorgten Hauptstadt. Er berichtet, meist knapp, vom Gang des Studiums, der „Bewährung in der Produktion“ und den Arbeiten für Verlage und Theater. Er wehrt sich gegen ihre Vereinnahmung und bleibt seiner Mutter durch all den lebenspraktisch dringenden Kleinkram hindurch, der oft mir ihrer Hilfe bewältigt wird, eng verbunden.

 Briefwechsel 2

Briefwechsel 2 (1977–1990). Gertrud Schleef – Einar Schleef
Herausgegeben von Susan Todd und Hans-Ulrich Müller-Schwefe
Theater der Zeit
In Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste Berlin
Broschur, 346 Seiten
ISBN: 978-3-942449-02-1

Nachdem im ersten Teil des Briefwechsels zwischen Gertrud Schleef und Einar Schleef die Briefe bis zur Republikflucht des Sohns 1976 versammelt sind, dokumentiert der zweite Band die Jahre von 1977 bis 1990. Einar Schleef lässt sich in Westberlin nieder. Der Kontakt zur Mutter wird in der ersten Zeit durch Zensur und Briefverluste behindert. Einar hält sich einige Jahre vom Theater fern und schreibt den monumentalen zweibändigen Romanmonolog Gertrud. Dafür ist er auf die Hilfe seiner Mutter angewiesen. Es kommt zu einem überraschend har monischen Zusammenspiel der beiden. Im Übrigen dreht sich ihre Beziehung um. War bis 1976 die Mutter die Besorgte, Nachfragende, Ermahnende, Rat Erteilende, so ist es nun der Sohn, der mal rau, mal herzlich, ja geradezu rührend besorgt seiner allein in der DDR zurückgebliebenen, alternden Mutter gut zuredet und ihr den Rücken stärkt. Gertrud stirbt 1993.

 Einar Schleef: Die Bande – Erzählungen

Einar Schleef: Die Bande – Erzählungen
edition suhrkamp 1127
Broschur, 189 Seiten
ISBN: 978-3-518-11127-7

Zehn Geschichten von deutscher Gegenwart.

 Einar Schleef: Die Party

Einar Schleef: Die Party
(nach August Strindberg), 1977
In: Theater der Zeit 1/2004, Berlin 2004, S.62ff.

 Einar Schleef: Die Schauspieler

Einar Schleef: Die Schauspieler
Suhrkamp Verlag
Broschur, 100 Seiten
ISBN: 978-3-518030-67-7

 Einar Schleef: Droge Faust Parsifal

Einar Schleef: Droge Faust Parsifal
Broschur, 504 Seiten
ISBN: 978-3-518-40862-9

Der Essay exponiert und erklärt in einer Art Berliner Dramaturgie den Stückekanon des Theatermachers Schleef – von Aischylos bis Brecht und Müller. Er ortet die Frage „Wieviel Droge braucht der Mensch?“ als eine für diese Stücke bestimmende. Und er gibt mit Abschnitten der Lebensgeschichte und Gegenwartsbeobachtung des Autors den Ausführungen zu Traditionslinien des deutschen Theaters Verbindlichkeit und Aktualität.

 Einar Schleef. Arbeitsbuch 11

Einar Schleef. Arbeitsbuch 11
Herausgegeben von Gabriele Gerecke, Harald Müller, Hans-Ulrich Müller-Schwefe
Theater der Zeit
Broschur, 235 Seiten
ISBN: 978-3-934344-12-9

 Einar Schleef – Der Feuerkopf spricht

Alexander Kluge: Einar Schleef. Der Feuerkopf spricht
Facts & Fakes, Bd. 5
Vorwerk 8
Broschur, 88 Seiten
ISBN: 978-3-930916-59-7

Die 5. Ausgabe von Facts & Fakes ist eine Hommage an den 2001 verstorbenen Regisseur, Theatermacher und Schriftsteller Einar Schleef. Der Band enthält neun Gespräche, die Alexander Kluge mit dem umstrittenen Theatermann geführt hat, u.a. zu seiner Salzburger Inszenierung von Orpheus und Eurydike als Oper im Laufschritt, über seine Puntila-Inszenierung am Berliner Ensemble und den legendären Mitternachts-Faust vor den Toren des geschlossenen Schillertheaters, über die Gesangsmaschinen des Parsifal und Verratenes Volk, einen 5-Stunden-Marathon über den November 1918. Außerdem: Bühnenskizzen von Einar Schleef, Geschichten von Alexander Kluge, viele Bilder und Materialien.

 Einar Schleef. Der Maler

Einar Schleef. Der Maler
Herausgegeben von Michael Freitag und Katja Schneider
Dumont
Broschur, 288 Seiten
ISBN: 978-3-832190-89-7

Der Band versammelt erstmals den bildkünstlerischen Nachlass und dokumentiert die enorme Vielseitigkeit dieses Künstlers: als Bühnenbildner, Regisseur, Schriftsteller, Maler. Er gruppiert die zeichnerischen und malerischen Werke entlang der Biografie des Künstlers und vermittelt einen nahezu lückenlosen Einblick in Schleefs bildkünstlerisches Schaffen.

 Einar Schleef. Kontainer Berlin. Zeichnungen

Einar Schleef. Kontainer Berlin. Zeichnungen
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung täglich bis 19. Januar 2014 in der Galerie Parterre, Berlin
Herausgegeben von Kathleen Krenzlin
Klappen-Broschur, 144 Seiten
ISBN: 978-3-943881-68-4

Einar Schleef hat in fast allen künstlerischen Metiers gearbeitet – am Theater ebenso wie als Schriftsteller, Filmemacher, Fotograf und Maler. Das Arbeitsheft Kontainer Berlin. Einar Schleef – Zeichnungen, das begleitend zur gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Parterre in Berlin erscheint, richtet den Blick auf den Zeichner Schleef und versammelt 150 zumeist unveröffentlichte Zeichnungen aus dem Bildernachlass Einar Schleef des Kunstmuseums der Stiftung Moritzburg Halle.

Sie sind in den 1960er bis 1980er Jahren in Berlin entstanden oder haben die Stadt zum Thema. Mit Textbeiträgen von Kathleen Krenzlin, Sibylle Wirsing, Florian Havemann, Ricarda Bethke, Manfred Butzmann, einem Gespräch mit Lothar Trolle und der Erzählung Unruhe von Einar Schleef.

 Einar Schleef. Kontaktbögen. Fotografie 1965-2001

Einar Schleef. Kontaktbögen. Fotografie 1965–2001
Herausgegeben von Wolfgang Behrens und Harald Müller
Theater der Zeit
Ein Gemeinschaftsprojekt mit der Akademie der Künste, Berlin
Kartoniert, 255 Seiten
ISBN: 978-3-934344-58-7

Einar Schleef, der über einen Zeitraum von etwa dreißig Jahren große Außenseiter nicht nur des deutschsprachigen Theaters, sondern auch der Literatur und der bildenden Kunst, legte kurz vor seinem Tod der Akademie der Künste Berlin ein Konzept für eine Foto-Ausstellung vor. Ursprünglich gedacht als eine Bestandsaufnahme in der Lebensmitte, präsentiert, nach dem plötzlichen Tod Schleefs, die von Februar bis April 2006 dauernde Ausstellung im Akademie Neubau am Pariser Platz in Berlin Schleefs fotografisches (Lebens-)Werk in der Ambivalenz von Biographie und deutsch/deutscher Geschichte. Die im Nachlass aufgefundenen Kontaktbögen, zumeist schwarz-weiß, geben Zeugnis von dem, was der Fotograf Schleef suchte, beobachtete, selektierte und neu zusammensetzte. Die Arbeiten sind ungeschminkt, rau und niemals arrangiert. So bezwingt Schleef das flüchtige Hinsehen, den vorschnellen Blick auf das scheinbar Alltägliche.

 Theaterplakate

Einar Schleef. Theaterplakate: Dokumentation der gleichnamigen Ausstellung vom 05.10.2011 bis 31.03.2012
Herausgegeben von Marko Kloß und dem Einar-Schleef-Arbeitskreis Sangerhausen e.V.
Einar-Schleef-Arbeitskreis Sangerhausen e.V.
Broschur, 44 Seiten
ISBN: 978-3-000361-69-2

 Wolfgang Behrens: Einar Schleef, Werk und Person

Wolfgang Behrens: Einar Schleef. Werk und Person
Theater der Zeit
Broschur, 256 Seiten
ISBN: 978-3-934344-30-3

Über einen Zeitraum von etwa dreißig Jahren war Einar Schleef die große Außenseitergestalt – nicht nur – des deutschsprachigen Theaters. Seine von Anfang an heftig umstrittenen Inszenierungen, seine Bücher und Bilder kannten nur eines nicht: den Kompromiß. Der maßlose Anspruch, der sich in Schleefs Arbeiten niederschlug, war jedoch auch kennzeichnend für sein Leben. Er war eine schillernde Persönlichkeit, die es sich und anderen gern unbequem machte. Es verwundert kaum, dass sich so nicht nur sein Schaffen, sondern auch seine Biographie genialisch darstellt: Jugend in der Provinz, vielversprechender Karrierebeginn in der DDR, Flucht und Isolation, Skandale und Erfolge, dutzendweise abgebrochene Projekte und schließlich ein früher, einsamer Tod. Das Buch von Wolfgang Behrens unternimmt den erstmaligen Versuch, Schleefs Leben und Werk zusammenhängend darzustellen. Aus zahllosen Gesprächen mit Freunden und Weggefährten Schleefs destilliert der Autor eine entwirrte, streng chronologisch geordnete und um wichtiges Quellenmaterial ergänzte Darstellung der Vita des bedeutenden Regisseurs.

 Einar Schleef: Gertrud – Band 1

Einar Schleef: Gertrud – Band 1
suhrkamp taschenbuch 942
Broschur, 521 Seiten
ISBN: 978-3-518-37442-9

Unterhalb offizieller Geschichte und abseits bekannter Familienromane erzählt Schleef im detailgesättigten, eigensinnig preisgebenden Monolog der Mutter die Geschichte der Familie, die beherrscht wird von Frauengestalten, die Gertruds Stärke besitzen. Der erste Sohn haut 1957 ab, der zweite zwanzig Jahre später, inzwischen stirbt der Vater. Worum es geht, ihr Überleben.

 Einar Schleef: Gertrud – Band 2

Einar Schleef: Gertrud – Band 2
suhrkamp taschenbuch 3558
Broschur, 686 Seiten
ISBN: 978-3-518-45558-6

Der zweite Teil beginnt im Jahr 1976: Gertrud wird auf der Polizei verhört und bricht zusammen. Ihr Sohn ist republikflüchtig. Schwanger kommt seine Freundin zu ihr. Gertrud nimmt die Abtreibung vor, um die Flucht zu erleichtern. Die Freundin wird verhaftet. Gertrud ist nun völlig allein. Angepöbelt, mißhandelt und ausgenutzt, dringt sie tief in die verborgenen Winkel der Kleinstadt, wird deren Chronist.

 Einar Schleef: Gertrud ein Totenfest

Einar Schleef: Gertrud, ein Totenfest
Monolog für Frauenchor.
In: Theater der Zeit 10/2002, S. 55ff.

 Einar Schleef: Mooskammer - Erzählungen

Einar Schleef: Mooskammer – Erzählungen
edition suhrkamp 2356
Broschur, 184 Seiten
ISBN: 978-3-518-12356-0

Sangerhausen, eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt; die letzten Jahre der DDR. Gertrud – Sportlerin, Schneiderin, Hausfrau – hält aus auf verlorenem Posten. Der ältere Sohn republikflüchtig, der Mann gestorben. Auch der jüngere Sohn setzt sich ab. In der ungemütlich vertrauten Welt bleiben dieser Geschlagenen, die nicht klein beigibt, nur noch zwei Freundinnen.

 Einar Schleef: Nietzsche Trilogie. Lange Nacht - Stücke und Materialien

Einar Schleef: Nietzsche Trilogie. Lange Nacht – Stücke und Materialien
edition suhrkamp 3432
Broschur, 174 Seiten
ISBN: 978-3-518-13432-0

Nietzsche Trilogie
In den drei Teilen, überschrieben mit Gewöhnlicher Abend, Messer und Gabel und Ettersberg, führt Einar Schleef den Philosophen als still gestellten Unruhestifter vor. Er zeigt ihn nach seinem psychischen Zusammenbruch als ein gestürztes Genie, ein Dämmern im Schatten der reinen Vernunft und in der beängstigenden Enge der Familie, in den quälenden Fängen von Mutter und Schwester.

Lange Nacht
Einar Schleefs letztes Stück setzt sich mit den Jahren 1979 bis 1995 auseinander. Erzählt wird die Geschichte zweier Brüder, die aus unterschiedlichen Gründen die DDR verließen und sich anlässlich des ersten Besuchs der Mutter im Westen wieder begegnen.

 Einar Schleef: Schlangen - Die Geschichte der Stadt Theben

Einar Schleef: Schlangen – Die Geschichte der Stadt Theben
Bild: Einar Schleef. Text: Hans-Ulrich Müller-Schwefe/Einar Schleef
Broschur
ISBN: 978-3-518-03014-1

 Halina Hackert: Sich Heimat erschreiben. Zur Konstruktion von Heimat und Fremde in Einar Schleefs »Gertrud«

Halina Hackert: Sich Heimat erschreiben. Zur Konstruktion von Heimat und Fremde in Einar Schleefs »Gertrud«
Kulturverlag Kadmos
Broschur, 332 Seiten
ISBN: 978-3-86599-181-2

Einar Schleef zählt zu den herausragendsten Theaterregisseuren der 1990er Jahre. Seine Theaterstücke polarisierten, waren unbequem und verlangten den Zuschauern ein Höchstmaß an Konzentration ab. Er wurde gefeiert und verflucht gleichermaßen. Weniger bekannt war allerdings, dass er sich auch als Schriftsteller betätigte und auch hier ausufernd und kompromisslos war. Erst nach seinem Tod 2001 rückten zunehmend seine epischen Werke in das Bewusstsein eines breiteren Publikums. Einar Schleefs »halbdokumentarische[r] Familien- oder Heimatroman« Gertrud, geschrieben in den Jahren nach seiner »Republikflucht« 1976, ist der schier endlose, auf nahezu tausend Seiten ausgebreitete Erinnerungsstrom einer alten, in Sangerhausen geborenen und dort lebenden Frau, Gertrud (Trude) Schleef, geborene Hoffmann. Sie ist die Mutter des Autors, die (durch das Sprachrohr Schleef) in einem ständigen Wechsel von Monologen, Briefen, Tagebuchnotizen ihr Leben erzählt. Als der erste Band gedruckt vor ihm liegt, schreibt Schleef in sein Tagebuch: »Mutter, ich habe dir eine Pyramide errichtet, einfach Schotter übereinander. Für eine Deutsche Familientragödie.«

 Miriam Dreysse Passos de Carvalho: Szene vor dem Palast.

Miriam Dreysse Passos de Carvalho: Szene vor dem Palast: Die Theatralisierung des Chors im Theater Einar Schleefs
Peter Lang Verlag
Broschur, 251 Seiten
ISBN: 3-631346-17-4

 Einar Schleef: Tagebuch 1953–1963

Einar Schleef: Tagebuch 1953–1963. Sangerhausen
Herausgegeben von Winfried Menninghaus, Wolfgang Rath und Johannes Windrich
Broschur, 416 Seiten
ISBN: 978-3-518-41605-1

Wie wird man Mensch, möchte der junge Einar Schleef (geboren 1944 in Sangerhausen) wissen, ganz grundsätzlich, ja exemplarisch. Es geht ums Ganze, und zwar in Sangerhausen, DDR-Provinz, in den fünfziger Jahren – in denen er sich mit großem Eifer zum Maler ausbildet, in der FDJ mitarbeitet und, um die Eltern zu besänftigen, mit schulischen Leistungen glänzt. Ein schwerer Unfall hält ihn lange auf der Intensivstation eines Krankenhauses fest. 1963 besteht er die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 1964 wird er Abitur machen und nach Berlin ziehen.

 Einar Schleef: Tagebuch 1964–76

Einar Schleef: Tagebuch 1964–1976. Ostberlin
Herausgegeben von Winfried Menninghaus, Sandra Janßen und Johannes Windrich
Broschur, 479 Seiten
ISBN: 978-3-518-41758-4

Nach dem Abitur 1964 zieht Einar Schleef zum Studium der Malerei an der Kunsthochschule Weißensee von Sangerhausen nach Ostberlin. Bereits nach einem halben Jahr wird er exmatrikuliert, weil er sich beleidigend über einen Professor geäußert hat. Zweieinhalb Jahre muss er sich „in der Produktion bewähren“, dabei sammelt er erste Erfahrungen am Theater. 1967 wird er Schüler des Bühnenbildners Heinrich Kilger.

Auf abenteuerlichen Trampreisen nach Prag erlebt Schleef den „Prager Frühling“ und dessen Ende. 1971 wird er Meisterschüler von Karl von Appen, einem Bühnenbildner Bertolt Brechts. Es kommt – in Zusammenarbeit mit B. K. Tragelehn – zu den ersten großen Theaterarbeiten: aufsehenserregenden, umstrittenen, rasch wieder abgesetzten und bald schon legendären Inszenierungen. Im Oktober 1976 benutzt er einen Arbeitsaufenthalt am Wiener Burgtheater zum Absprung in den Westen.

 Einar Schleef: Tagebuch 1977–1980

Einar Schleef: Tagebuch 1977–1980. Wien Frankfurt Berlin
Herausgegeben von Winfried Menninghaus, Sandra Janßen und Johannes Windrich
Broschur, 504 Seiten
ISBN: 978-3-518-41759-1

1977 zieht Schleef von Wien – der ersten Station im Westen – nach Frankfurt am Main, am Ende des Jahres nach Westberlin. Er schreibt, u.a. zahllose Briefe an seine Freundin, die beim Versuch der Republikflucht geschnappt wurde. 1978 entwickelt er Siegfried Unseld den Plan eines monumentalen Romans aus der Perspektive seiner Mutter Gertrud. Die Arbeit beginnt – unterstützt von der Freundin, die vorzeitig aus der Haft entlassen worden ist. 1980 erscheint Gertrud – Band 1.

Wilde Jahre sind auch diese ersten im Westen verbrachten, in denen Einar Schleef dem Tagebuch Beobachtungen, Verwirrungen und Orientierungsversuche – politisch, gesellschaftlich und ganz persönlich – dringend mitzuteilen hat.

 Einar Schleef: Tagebuch 1981-1998

Einar Schleef: Tagebuch 1981–1998. Frankfurt am Main, Westberlin
Herausgegeben von Winfried Menninghaus, Sandra Janßen und Johannes Windrich
Broschur, 459 Seiten
ISBN: 978-3-518-42069-0

In den Jahren 1981 bis 1998 hat Einar Schleef kaum Tagebuch geführt. Er hatte zu inszenieren und Bücher zu schreiben (Gertrud – Band 1, Gertrud – Band 2, Droge Faust Parsifal). Als er sich in den letzten Jahren seines Lebens daranmachte, das Tagebuch auszuarbeiten und einzurichten, füllte er die Lücke mit eigenen Texten aus dieser Zeit, ungedruckten Langfassungen von Interviews zum Beispiel.

 Einar Schleef: Tagebuch 1999–2001

Einar Schleef: Tagebuch 1999–2001. Berlin, Wien
Herausgegeben von Winfried Menninghaus, Sandra Janßen und Johannes Windrich. Nachwort von Johannes Windrich
Broschur, 491 Seiten
ISBN: 978-3-518-42070-6

In den Jahren 1999 bis 2001 scheint Schleef fast nur noch Tagebuch zu schreiben, wenn er nicht gerade schwimmt, am liebsten in der Donau bei Wien. Schreiben dient ihm wie das Schwimmen dazu, sich zur Ruhe zu bringen. Nichts anderes hilft. Mit den Endloseintragungen schlafloser Nächte hält er sich an der Oberfläche – um weiterzugleiten, aufs Ende zu.

 Einar Schleef: Totentrompeten 1–4

Einar Schleef: Totentrompeten 1–4. Stücke und Materialien
edition suhrkamp 3430
Broschur, 284 Seiten
ISBN: 978-3-518-13430-6

„TOTENTROMPETEN. Das sind die Pilze, die TOTENTROMPETEN, bläulich, violett, manchmal schwarz, auch braun, eßbar erscheinen sie nicht, abschreckend, schmecken dafür um so besser. Aber man muß sie kennen. Kennen auch die Trompeten, die eigenes Ende ankündigen. Ende? Dagegen heißt es sich zu stemmen, weglaufen können sie nicht, die 3 Alten, festgenagelt in der DDR und in meinem Buch GERTRUD. TOTENTROMPETEN auch für die DDR, für die Lebensumstände“, heißt es – programmatisch für alle vier Stücke – im Vorspruch der Totentrompeten.

Die ersten drei dieser Stücke für immer dasselbe Trio infernal alter Freundinnen wurden in Schwerin uraufgeführt und häufig nachgespielt, das vierte wird hier aus dem Nachlass zum ersten Mal in Buchgestalt veröffentlicht und voraussichtlich im Sommer 2002 uraufgeführt.

 Tragödie als Bühnenform

Christina Schmidt: Tragödie als Bühnenform. Einar Schleefs Chor-Theater
[transcript]
Kartoniert, 378 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1413-8

Die Niederlage des tragischen Sprechens ist vor allem ein räumliches Problem. Anhand Einar Schleefs Beschäftigung mit der antiken Tragödie und deren Transformationen in der Moderne analysiert Christina Schmidt die Figur des Chors und seine konflikthafte „Rückkehr“ in das Theater. Sie zeigt, dass sich Schleef mit dem Theater der Tragödie weniger philologisch als vielmehr topografisch auseinandersetzt, indem er die Orte der Figuren, der verhandelten Konflikte, der theatralen Verlautbarungen und deren damit zusammenhängende Macht-Konstellationen untersucht. Schmidt geht dieser politisch-topologischen Auffassung des Bühnenraums nach und rückt somit die Thematik der „Tragödie als Bühnenform“ ins Zentrum.

 Einar Schleef: Wezel

Einar Schleef: Wezel
Suhrkamp Verlag
Broschur, 94 Seiten
ISBN: 978-3-518045-01-5

 Einar Schleef: Zigaretten

Einar Schleef: Zigaretten
edition suhrkamp 2064
Broschur, 170 Seiten
ISBN: 978-3-518-12064-4

Ein Mann mittleren Alters sitzt allein mit seinem Kaninchen in einem Einfamilienhaus, das ihm die Frau nach der eben erfolgten Trennung leer geräumt hat. Auch die Tochter ist ausgezogen. Der Mann sitzt vor einer Tasse Tee und beobachtet seine nächste Umgebung, verstimmt und so erschöpft, dass er es kaum schafft, sich vom Stuhl zu erheben, geschweige denn am nächsten Automaten eine Packung Zigaretten zu ziehen.

 Einar Schleef: Zuhause

Einar Schleef: Zuhause
Suhrkamp
Broschur, 140 Seiten
ISBN: 978-3-518041-51-2

Georg K. Glaser/ Einer Schleef: Symposion

Georg K. Glaser/ Einer Schleef Symposion
Stroemfeld Verlag, Frankfurt/Basel
Quart, 50 Seiten, gebunden,
Einmalige Ausgabe von 400 Exemplaren,
davon 19 numerierte und handsignierte Exemplare,
mit einer Originalfotografie

ISBN: 978-3-87877-750-2

Im Oktober 1990 treffen in der Frankfurter Wohnung der Fotografin Ute Schendel die Schriftsteller Georg K.Glaser und Einar Schleef aufeinander. Sie kennen sich nicht, sie haben sich nicht verabredet, sie haben nicht die Bücher des anderen gelesen. Sie sitzen sich als Gäste gegenüber, am Tisch, auf dem das Essen bereit steht. Das Gespräch geht nicht um Schreiben und Literatur sondern um die Frage, ob man das größere Stück Fleisch dem anderen überläßt oder ob man es selber nimmt.
Ute Schendel war mit Georg K.Glaser befreundet, hat ihn in Paris besucht, ihn und seine Werkstatt fotografiert. Sie hat Theaterproduktionen von Einar Schleef mitverfolgt und dokumentiert. Während des Gesprächs, das letztlich um Ute Schendel kreist, ist sie einen Schritt zurückgetreten, mit ihrer Kamera.                                                     Michael Rohrwasser